Wann ist ein Berg ein Berg?

Wie viele Berge gibt es in den Deutschen Alpen?

Um diese Frage zu beantworten, braucht es zunächst eine klare Definition: Was soll überhaupt als „Berg“ gelten? Zählt man jede noch so kleine Erhebung, jeden Vorgipfel oder jeden Felsvorsprung als eigenständigen Berg, kommt man schnell auf ein paar tausend Berge in den Deutschen Alpen und im Voralpenland.

Für eine belastbare Aussage zur Anzahl der Berge sind zwei Kenngrößen besonders hilfreich: Dominanz und Prominenz.

Dominanz beschreibt die horizontale Luftlinie vom Gipfel eines Berges bis zum nächsthöheren Berg. Legt man beispielsweise eine Mindestdominanz von 1 km fest, reduziert sich die Zahl der infrage kommenden Berge bereits auf einige Hundert.

Prominenz – auch Schartehöhe genannt – ist die Höhendifferenz zwischen dem Gipfel und der höchsten Scharte, die zu einem höheren Gipfel führt. Anders ausgedrückt: Sie gibt an, wie viele Höhenmeter man mindestens absteigen muss, um von einem Berg einen höheren Gipfel zu erreichen.

Diese Kenngrößen helfen, die Zahl der möglichen Ziele sinnvoll einzugrenzen – insbesondere, wenn man alle Berge einer Region besteigen möchte. Dabei kann es jedoch vorkommen, dass kleine, wild bewachsene und namenlose Erhebungen als eigenständige Berge gelten, während zahlreiche aussichtsreiche und namentlich bekannte Gipfel nicht mehr als solche eingestuft werden.

Legt man eine Mindestprominenz von 100 Metern (P100) als Kriterium für einen eigenständigen, bedeutenden Berg zugrunde, ergibt sich in den Deutschen Alpen eine Zahl von rund 500 Bergen. Erhöht man die Schwelle um 50m auf 150 Meter (P150), reduziert sich diese Zahl auf weniger als 300 Berge.

Das P150-Kriterium geht auf die Definition der „Marilyns“ zurück: Als „Marilyn“ gilt ein Hügel oder Berg im Vereinigten Königreich, in Irland oder auf den angrenzenden Inseln, der eine Prominenz von mindestens 150 Metern aufweist – unabhängig von seiner absoluten Höhe oder weiteren Merkmalen wie der topographischen Isolation. Angesichts der topographischen Gegebenheiten ist in hochalpinen Regionen jedoch eine Mindestprominenz von 100 Metern als Kriterium für einen eigenständigen, bedeutenden Berg deutlich besser geeignet als P150. Bei langen hochalpinen Bergketten, in denen häufig nur einzelne Gipfel das P150/P100-Kriterium erfüllen, könnte die Dominanz als ergänzendes Kriterium zur Festlegung weiterer Gipfelziele innerhalb der Kette berücksichtigt werden.

Im Bergfunkprogramm SOTA (Summits On The Air) wird ein relevanter Gipfel ausschließlich über eine Mindestprominenz von 150 Metern definiert. Absolute Höhe, Aussicht oder andere topographische Merkmale spielen keine Rolle – nur die Prominenz entscheidet über die Aufnahme in die SOTA-Referenzliste. Nach dieser Definition stehen einem SOTArianer 262 deutsche Referenzen sowie 26 österreichische Referenzen an der deutsch-österreichischen Grenze zur Verfügung – insgesamt also 288 gültige SOTA-Referenzen in den Deutschen Alpen, die für unser Diplomprogramm angerechnet werden.

Im Bergfunkprogramm GMA (Global Mountain Activity) wird ein Berg über seinen Namen und eine absolute Mindesthöhe von 100 Metern definiert. Das bedeutet: jede benannte Erhebung oder jeder benannte Gipfel in den Alpen kann in die Referenzliste aufgenommen werden. Allein in den Deutschen Alpen gibt es weit über tausend solcher benannten Berge.

Die weltweiten SOTA-Referenzlisten mit dem P150-Kriterium („Marilyns“) werden vom SOTA Management Team im Vereinigten Königreich verwaltet. Die GMA-Referenzlisten mit dem P100-Kriterium hingegen werden weiterhin von uns gepflegt, diese Berge zählen ebenfalls für unser Diplomprogramm.

Welche Mindestanforderungen ein Berg erfüllen muss, bleibt selbst bei Anwendung der oben erwähnten Kriterien letztlich dem persönlichen Urteil jedes Einzelnen überlassen. Hat ein Berg wegen des P150-Kriteriums keine SOTA-Referenz, kann er in der Regel als GMA-Referenz geführt werden.

SOTA-DL Referenzen (P150)

Immer aktuelle und vollständige SOTA-DL Referenzliste mit P150 und SOTA-DL Map gibt es bei SOTLAS.

Folgende SOTA-OE Referenzen an der deutsch-österreichischen Grenze zählen dazu: SB-033 – SB-027 – SB-204 – SB-418 – SB-442 – TL-050 – TI-553 – TI-658 – TI-510 – TI-649 – TI-224 – TI-627 – TI-606 – TI-592 – TI-589 – TI-584 – TI-511 – TI-448 – TL-045 – TI-468 – TI-550 – TI-643 – TI-360 – TI-622 – VB-213 – VB-277.

GMA/SOTA-Referenzen in SOTA-DL (P100)

Derzeit sind es insgesamt 440 Bergreferenzen mit P100, die für unser Diplomprogramm zählen. Diese alle Referenzen sind auf der Alpine XOTA Map zusammengefasst.

Weitere Referenzen

Auch andere XOTA-Programme (X-any On The Air) wie WWFF, POTA und COTA sind im alpinen Raum bereits gut vertreten. In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Koordinatoren setzen wir uns dafür ein, die Deutschen Alpen möglichst umfassend abzudecken – und machen so manche alpine Aktivierung zu einem besonderen Abenteuer.

Cross-Referenzen

Das Projekt Alpine XOTA Map ist eine Sammlung von verschiedener XOTA-Referenzen in SOTA-DL. Es umfasst:

  • aktuelle SOTA-Referenzen mit P150 einschließlich der Grenzberge an der deutsch-österreichischen Grenze, die für die SOTA-DL-Diplome zählen
  • Weitere GMA-Referenzen mit P100, die ebenfalls für die SOTA-DL-Diplome anerkannt werden
  • X-Referenzen wie DLFF (Deutsche Flora & Fauna), POTA (Parks On The Air) und COTA (Castles on the Air). Unser Schwerpunkt liegt auf dem alpinen Teil der DLFF. Die DLFF ist ein deutsches Flora-und-Fauna-Amateurfunkdiplomprogramm und Bestandteil des internationalen WWFF-Programms.

Die Alpine XOTA Map wurde von DD1LD erstellt und befindet sich derzeit in Entwicklung und Testphase. Die Karte wird kontinuierlich aktualisiert und erweitert, abhängig von Zeitverfügbarkeit, Interessen und anderen Prioritäten. Daher besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Rückmeldungen sind willkommen!